Wir wurden geboren als Bauern, Bergarbeiter in den Granitminen, Arbeiter an den Hochöfen, Fischer, kleine Pfarrer im Seminar von Massa Maritima oder Waldarbeiter, die Holzkohle herstellten. Unsere einfache Mahlzeiten bestanden aus Gemüsesuppe, "Panzanella", gegrilltem Fisch, gekochtem Tintenfisch, Ziegenfleisch, Feigen oder Kuchen aus Kastanienmehl. Seither haben wir uns sehr verändert, aber wir wollen auf keinen Fall vergessen, dass wir eine Geschichte und eine Kultur besitzen, aus der wir Ideen und Anregungen schöpfen können. Unsere Berge sind reich an Geschichten von antiken Zivilisationen, unsere eigenständige 'Bauernkultur' arm, aber voller Ehre. Die unberührte Natur und unsere lange Gastfreundschaft haben uns geprägt.

Die starke Parzellierung des Bodens, die grossen Entfernungen zwischen Hof und Weinfeldern, die schlechten Eselspfade, die zu den steilen Hängen der Weinterrassen führten, machten das Bebauen des Landes schwer, denn der Weinanbau war unsere einzige Verdienstquelle.

Der Transport des Weins von den Höfen bis zu den Transportschiffen geschah auf Eselrücken in Schläuchen aus Ziegenhaut.

Agostino Galli zieht eine 'palamitara' an Land. Das Fischen, obwohl es ein wichtiger Beitrag zur täglichen Ernährung war, ist zu einem 'Beruf' geworden.

Der Granit hat unsere Gegend besonders gekennzeichnet. Neben dem industriell abgebauten Granit, fand dieser seit Jahrhunderten am Bau, in der Kunst sowie im täglichen Leben unserer Gegend Verwendung.

Ein 500-Tonnen-Schiff lädt den Granit unserer Minen. Sein Ziel sind die grossen Baustellen der Hauptstadt und die Städte Norditaliens.
Ein Bergarbeiter war nie nur Bergarbeiter. Nach seinem langen und harten Arbeitstag in den Minen wurde er in den Weinbergen erwartet, die nicht vernachlässigt werden durften.
Bis in die 50er Jahre wurden alle Wege nur zu Fuss oder mit dem Esel zurückgelegt. Von Fetovaia bis nach Portoferraio benötigte man 4 Stunden.
![]() | Die Reisenden, vom "Kontinent" in Portoferraio angekommen, laden ihr Gepäck auf einen Lastwagen. |
![]() | Am Palombaia Pass wird das Gepäck auf Esel umgeladen, und bis zum gleichnamigen Strand transportiert. |
![]() | Dort wurde das Gepäck dann auf ein kleines Ruderboot verladen und bis nach Fetovaia gebracht |
![]() | Ein "Taxi" Esel. |
Selbst der Bischof von Massa und Populonia, auf Besuch in Pomonte mit seinem Gefolge, kommt bis nach Fetovaia nur auf Pferderücken.

In den Jahren 1952-1953 wurden die verschiedenen Dörfer der Costa del Sole durch feste Strassen verbunden.
Die Einwohner von Pomonte, unter der Führung ihres Arztes, arbeiteten an der Strasse zwischen Pomonte und Fetovaia, in Erwartung der Provinzstrasse.

Mit der Strasse erreichten uns auch die ersten "Abenteuertouristen", wurden Geschäfte eröffnet und die Wandlung der Gegend begann.


Le Radici
Vita trascorsa sulledure zolle,
e di fatiche, di pene,
di speranze,
albe imbiancanti
viste di buon'ora,
e suoni di lavoro
appena giorno,
e fino all'imbrunire
della sera.
Questa la prima
epoca vissuta,
e andata via così
come in un
sogno.
(Angelo Galli)





